Finnische Lapphund
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Der Finnische Lapphund begleitet die Sami seit Jahrhunderten. Ursprünglich wurde er als Arbeitshund zum Hüten und Schützen von Rentieren eingesetzt. Doch warum eignet er sich perfekt für Familien? Und wie schafft es selbst ein Anfänger, ihn glücklich zu machen?
Aussehen
Der Finnische Lapphund vereint Kraft und Eleganz in perfekter Balance. Sein kräftiger, muskulöser Körper zeigt deutlich, dass er ursprünglich für harte Arbeit in der Kälte gezüchtet wurde. Mit einer Schulterhöhe von 44–54 cm und einem Gewicht zwischen 16 und 25 kg gehört er zu den mittelgroßen Hunderassen. Diese robusten und anpassungsfähigen Lapphunde sind in der Lage, sich in verschiedenen Lebenssituationen zurechtzufinden.
Sein charakteristisches Aussehen wird durch mehrere Merkmale geprägt. Der keilförmige Kopf mit den aufrecht stehenden Ohren verleiht ihm eine wachsame Ausstrahlung. Die dunklen, ovalen Augen strahlen Intelligenz und Freundlichkeit aus, während die buschige Rute, die oft über dem Rücken getragen wird, ein weiteres typisches Merkmal darstellt.
Die Rute ist jedoch nicht nur ein ästhetisches Detail. In der Vergangenheit schützte sie den Finnischen Lapphund vor extremer Kälte, indem er sie beim Schlafen um seinen Körper legen konnte. Heute dient sie als unverwechselbares Erkennungszeichen dieser robusten und anpassungsfähigen Hunderasse.

Fell und Färbung
Das dichte, doppellagige Fell des Finnischen Lapphundes ist ideal für frostige Temperaturen. Das weiche Unterfell hält ihn warm, während das glatte Deckhaar Nässe und Schmutz abwehrt. Diese wetterfeste Kombination macht ihn zum perfekten Begleiter bei jedem Wetter.
Der Finnische Lapphund überrascht mit:
- Schwarz, Braun, Creme oder Weiß als Grundfarben
- Abzeichen an Brust, Beinen oder Rute
- Beliebt sind Black & Tan (Schwarz mit lohfarbenen Markierungen) oder gestromte Varianten
Laut Rassestandard muss eine Hauptfarbe dominieren – alles andere ist erlaubt!
Besondere körperliche Merkmale
Jedes Detail des Finnischen Lapphundes spiegelt seine arktische Herkunft wider. Seine dreisackigen Pfoten mit dicken Ballen wirken wie natürliche Schneeschuhe, die ihn sicher über eisigen Untergrund tragen. Die hoch angesetzten, dreieckigen Ohren sind besonders beweglich und drehen sich wie Antennen zu jedem Geräusch, was seine Wachsamkeit unterstreicht.
Ein weiteres auffälliges Merkmal ist die buschige Rute, die früher eine wichtige Funktion hatte. Beim Schlafen diente sie dem Hund als wärmende Decke, um ihn vor der eisigen Kälte des Nordens zu schützen. Heute ist sie ein unverkennbares Erkennungszeichen der Rasse – und wedelt freudig, wenn ihr nach Hause kommt!

Steckbrief Finnische Lapphund
- Rasse: Finnische Lapphund
- Herkunft: Finnland
- Widerristhöhe: 46 – 52 cm (Rüden), 41 – 47 cm (Hündinnen)
- Gewicht: 15 – 24 kg
- Lebenserwartung: 12 – 15 Jahre
- Fell & Farbe: Dichtes, langes Deckhaar mit weicher Unterwolle; alle Farben sind erlaubt, aber die Grundfarbe muss dominieren.
- Charakterzüge: Freundlich, gelehrig, aktiv, wachsam, anhänglich
Rassenstandard nach FCI
Rassennomenklatur
- Gruppe: 5 – Spitze und Hunde vom Urtyp
- Sektion: 3 – Nordische Wach- und Hütehunde
- Standard Nr.: 189
- Datum der endgültigen Anerkennung der Rasse durch die FCI: 1955
- Offizielle Originalsprache: Finnisch
- Datum der Publikation des gültigen offiziellen Standards: 12.03.1999
- Status der Rasse: Endgültig anerkannt
- Ursprungsland der Rasse: Finnland
- Arbeitsprüfung: Keine Arbeitsprüfung erforderlich
Zusammenfassung
Varietäten
- Es gibt keine definierbaren Untervarianten der Finnischen Lapphund-Rasse.
Allgemeines Erscheinungsbild:
- Physiognomie: Der Finnische Lapphund ist ein mittelgroßer Hund mit einer robusten und gut proportionierten Körperbau, der an seine ursprüngliche Aufgabe als Hütehund für Rentiere in Lappland anknüpft[1][3].
- Typ: Er ist ein klassischer nordischer Hund mit einem souveränen Ausstrahlung[1].
- Verwendung: Er wurde traditionell zum Hüten von Rentieren und als Wachhund eingesetzt, hat jedoch inzwischen auch das Leben in Familien begleitet[2].
Kopf:
- Kopfgröße und Form: Der Kopf des Finnischen Lapphunds ist breit und gut proportioniert mit einer leicht gewölbten Schädeldecke[3].
- Augen: Die Augen sind oval und mittelgroß, in einer Farbe, die gut zur Fellfarbe passt (oft braun oder bernsteinfarben)[3].
- Schnauze und Nase: Die Schnauze ist von mittlerer Länge, kräftig und verjüngt sich leicht zur Nase hin, die in der Regel schwarz ist, aber je nach Fellfarbe auch dunkelbraun sein kann[3].
Körper:
- Größe und Form: Der Finnische Lapphund erreicht eine Widerristhöhe von etwa 41 bis 52 Zentimetern. Rüden betragen typischerweise zwischen 46 und 52 Zentimeter, während Hündinnen etwas kleiner sind und eine Höhe von 41 bis 47 Zentimetern erreichen[1][3][5].
- Gewicht und Muskulatur: Das Gewicht der Tiere variiert zwischen 15 und 24 Kilogramm, abhängig von Geschlecht und individueller Statur. Diese Hunde haben eine kräftige Muskulatur und eine solide Knochenstruktur, die ihnen eine beeindruckende Ausdauer und Beweglichkeit verleiht[1][3].
- Proportionierung: Der Körperbau ist robust und gut proportioniert, was das überwiegende Erscheinungsbild des Hundes erst bildet[3].
Gliedmaßen:
- Ohren: Die Ohren sind mittelgroß, dreieckig und aufrecht stehend. Sie sind gut behaart und beweglich, was dem Hund hilft, auf seine Umgebung aufmerksam zu reagieren[3].
- Füße: Brustansicht zeigt, dass Füße gut gegliedert sind, mit feuchtem Härchen überzogen, was zu Stabreihen führt und danach verfilzt werden muss.
Gangwerk:
- Gang: Der Gang ist reflektierend auf das Wesen des Hundes, wobei bei vollem Gängen Kopfspreizung durchgeführt wird, Nase leicht während des Ganges nach unten zugedrückt wird und sich danach sofort wieder hebt[3].
Haarkleid:
- Typ: Das Fell des Finnischen Lapphundes ist langhaarig mit dichter Unterwolle und einer langen, geraden Deckhaarschicht, die ihn vor extremen Wetterbedingungen schützt[3].
- Farben: Alle Farben sind erlaubt, häufig vorkommende Farben sind Schwarz, Braun, Creme, Weiß und Grau, oft mit Abzeichen in einer kontrastierenden Farbe[2].
- Pflegebedürftigkeit: Dem Fell des Finnen Lappi wird regelmäßige Pflege benötigt, insbesondere während der Fellwechselzeit und zur Verhinderung von Verfilzungen an Ohren, Beinen und Hinterpfoten[4].
Fehler:
- Augenerkrankung: Der Finnische Lapphund ist anfällig für die erbliche Augenerkrankung PRA, die auf dem PRCD-Locus in der Nähe des Zentromers des Chromosom 9 beruht[5].
- Degenerative Myelopathie (DM): Wie bei anderen Ursprüngen auch, kann die Degenerative Myelopathie auftreten und sollte durch Gentest ausgefiltert werden[5].
- Morbus Pompe (GSD II): Ebenso gibt es Morbus Pompe, der durch Gentest erfasst und ausgefiltert werden kann[5].
- Hüftgelenksdysplasie (HD): Hüftgelenksdysplasie ist eine weitere Erbkrankheit, die diesen Rasse betreffen kann[5].
- Epilepsie und Hypothyreose: Zusätzlich können Epilepsie und Hypothyreose auftreten und sollten durch regelmäßige schulmedizinische Prüfungen erkannt und behandelt werde
Wesen und Charakter
Der Finnische Lapphund ist ein treuer Familienhund mit einem ausgeglichenen und angenehmen Temperament. Er liebt den Kontakt zu seinen Menschen und begegnet Fremden mit einer reservierten Freundlichkeit, die nie aufdringlich wirkt. Seine angeborene Wachsamkeit sorgt dafür, dass er Besucher zuverlässig meldet, allerdings ohne dabei unnötig zu bellen.
Diese Rasse zeichnet sich durch hohe Intelligenz aus, die es ihm ermöglicht, Tricks und Kommandos schnell zu erlernen. Gleichzeitig hat der Finnische Lapphund eine spielerische Energie, die ihn zu einem idealen Begleiter für Aktivitäten wie Hundesport oder Agility macht. Dank seiner sozialen Ader versteht er sich auch gut mit anderen Hunden und fügt sich problemlos in eine Gruppe ein.
Langeweile liegt ihm jedoch nicht – fehlt ihm eine Aufgabe, sucht er sich selbst eine. Dann kann es schon mal passieren, dass er eure Hausschuhe sortiert oder sich eine andere kreative Beschäftigung ausdenkt!
Eignet sich der Finnische Lapphund als Familienhund?
Absolut! Diese Rasse ist ein geborener Kinderfreund. Seine geduldige Art macht ihn zum idealen Partner für Kleinkinder. Ältere Kinder schätzen ihn als sportlichen Begleiter für Radtouren oder Spiele im Garten.
In Haushalten mit mehreren Hunden zeigt er vorbildliche Teamfähigkeit. Er streitet selten um Futter oder Aufmerksamkeit. Nur mit Katzen solltet ihr ihn nicht allein lassen – sein Hüteinstinkt könnte durchgehen!
Ist der Finnische Lapphund anfängertauglich?
Ja! Der Finnische Lapphund gilt als ideale Rasse für Erstbesitzer. Sein folgsamer Charakter und die geringe Sturheit machen die Erziehung einfach. Wichtig ist konsequentes Training mit positiver Bestärkung.
Belohnt ihn mit Leckerlis fürs „Sitz“ oder „Bleib“. Vergesst aber nicht seine geistige Auslastung – ohne Herausforderungen denkt er sich eigene Spiele aus. Probierthundesportarten wie Mantrailing aus – hier kann er seine Supernase unter Beweis stellen!
Haltung und Lebensraum
Der Finnische Lapphund fühlt sich sowohl im ländlichen Umfeld als auch in der Stadt wohl. Wichtig ist, dass ihr ihm genug Bewegungsfreiheit und mentale Stimulation bietet. Ein Haus mit Garten ist perfekt, aber auch eine Wohnung geht, wenn tägliche Aktivitäten sichergestellt sind. Der Garten muss gut gesichert sein, denn die Rasse erkundet gerne eigenständig ihre Umgebung.
Damit die Haltung glückt, braucht er:
- Platz zum Toben: Mindestens zwei lange Spaziergänge pro Tag.
- Sichere Umgebung: Ein stabiler Zaun verhindert Ausbrüche.
- Wetterunabhängige Aktivitäten: Das dichte Fell schützt vor Kälte und Regen – nutzt das für Outdoor-Spiele!
Der Hund braucht täglich frische Luft und Abwechslung. Plant gemeinsame Wanderungen, Jogging-Runden oder Ausfluge in den Park ein. Auch bei Regen oder Schnee bleibt er dank seines robusten Fells aktiv und fröhlich.
Aktivität des Finnische Lapphunds
Der Finnische Lapphund ist ein energiegeladener Arbeitshund, der ohne Auslastung unglücklich wird. Lapphunds sind sportlich und aktiv, was sie zu idealen Begleitern für Menschen macht, die gerne draußen sind und sich viel bewegen. Kombiniert körperliche Bewegung mit Denkspielen, um ihn auszulasten.
Der Finnische Lapphund liebt:
- Agility-Parcours: Sprünge, Slalom und Tunnel fordern Körper und Geist.
- Apportieren: Bälle oder Dummys bringen Spaß und stärken die Bindung.
- Suchspiele: Versteckt Leckerlis oder Spielzeug im Garten.
Wechselt zwischen Waldabenteuern, Training und Ruhephasen, um Übermüdung zu vermeiden. Kurze, intensive Übungen (15–20 Minuten) sind effektiver als stundenlanges Training.
Aktivitätslevel

Mittel
Empfohlene Gassi-Runde

5 - 8 Kilometer
Tägliche Aktivität (Minuten)

60 - 90 Minuten
Pflege
Die Pflege des Finnischen Lapphundes ist einfach, erfordert aber Regelmäßigkeit. Kontrolliert wöchentlich Ohren, Augen und Pfoten, um Probleme früh zu erkennen.
Wichte punkte bei der Pflege:
- Ohrenreinigung: Nutzt ein feuchtes Tuch, um Schmutz sanft zu entfernen.
- Krallenkürzen: Alle 4–6 Wochen, falls sie nicht von allein abnutzen.
- Zahnpflege: Gebt Kausnacks oder putzt die Zähne 1–2 mal pro Woche.
Gewöhnt den Hund schon als Welpen an Berührungen an Pfoten und Maul. So vermeidet ihr Stress bei späteren Tierarztbesuchen oder Pflegeroutinen.

Fellpflege
Das dicke Fell des Finnischen Lapphundes braucht viel Aufmerksamkeit. Bürstet es mindestens zweimal pro Woche, um Verfilzungen zu verhindern.
Achtet bei der Fellpflege auf:
- Metallkamm oder Bürste: Ideal für die Unterwolle und lose Haare.
- Tägliches Bürsten im Fellwechsel: Vor allem im Frühling und Herbst.
- Pfotenhygiene: Kürzt langes Haar zwischen den Ballen, um Schmutz zu reduzieren.
Baden ist selten nötig – nur bei starken Verschmutzungen. Trocknet das Fell nach dem Waschen immer gründlich ab, besonders im Winter, um Erkältungen vorzubeugen.
Ernährung
Die Ernährung des Finnischen Lapphundes muss proteinreich und ausgewogen sein. Vermeidet Futter mit künstlichen Zusätzen oder zu viel Getreide.
Damit die Ernährung klappt, achtet auf:
- Hochwertiges Trocken- oder Nassfutter: Mindestens 20 % Proteinanteil.
- Getreidefreie Optionen: Bei empfindlichem Magen oder Allergien.
- Zwei Mahlzeiten täglich: Beugt Völlegefühl und Verdauungsproblemen vor.
Belohnt den Hund mit kleinen Snacks wie getrocknetem Huhn oder Karottensticks. Vermeidet häufige Futterwechsel – das führt schnell zu Durchfall oder Erbrechen.
Futterempfehlung
Tägliche Futtermenge
300 - 400 Gramm

Kosten pro Tag
1,50 - 2,50 €

Monatliche Kosten
45 - 75 €

Erziehung und Training
Der Finnische Lapphund ist intelligent und lernt schnell. Nutzt Lob und Belohnungen, um gewünschtes Verhalten zu festigen.
Der Finnische Lapphund hat besonders viel spaß an:
- Clicker-Training: Klare Signale für präzises Lernen.
- Spielerische Übungen: Verknüpft Kommandos mit Bewegung oder Spiel.
- Konsequente Regeln: Einheitliche Kommandos wie „Sitz“ oder „Bleib“.
Integriert Training in den Alltag – etwa durch Warteübungen vor dem Fressen oder Leinenführigkeit beim Gassigehen. Harte Strafen oder Schimpfen schaden dem Vertrauen!
Erziehung der Welpen
Startet die Erziehung ab der 8. Woche. Der Welpe muss Stubenreinheit, Alleinsein und Leinenlaufen lernen.
Damit die Welpen-Erziehung gelingt, beachtet:
- Sozialisierung: Trefft andere Hunde, Menschen und besucht verschiedene Orte.
- Kurze Übungseinheiten: 5–10 Minuten mehrmals täglich.
- Ruhezeiten: Schlaf ist wichtig für die Entwicklung.
Belohnt Erfolge sofort mit Streicheleinheiten oder Leckerlis. Übertreibt es nicht – Welpen brauchen Geduld und positive Erfahrungen.

Training des Hundes
Der erwachsene Finnische Lapphund liebt herausfordernde Aufgaben. Probiert Sportarten wie Dogdance oder Mantrailing aus, um seine Talente zu nutzen.
Der Finnische Lapphund hat Spaß an:
- Nasenarbeit: Versteckt Gegenstände oder übt Suchspiele.
- Obedience: Präzises Befolgen von Kommandos stärkt die Disziplin.
- Abwechslung: Neue Routen beim Spaziergang oder ungewohnte Spielzeuge.
Plant feste Trainingszeiten und haltet die Einheiten kurz. So bleibt die Konzentration hoch und die Teamarbeit zwischen euch wird gestärkt.
Gesundheit
Der Finnische Lapphund ist eine robuste und gesunde Hunderasse mit einer beeindruckenden Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren. Seine Geschichte als Arbeitshund in kalten Klimazonen hat ihm eine außergewöhnliche körperliche Widerstandsfähigkeit verliehen. Dennoch ist es wichtig, wie bei allen Hunden, auf eine regelmäßige Vorsorge, artgerechte Haltung und ausgewogenes Futter zu achten, um seine Gesundheit zu erhalten.
Plant jährliche Tierarztbesuche, um gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Die Futtermenge sollte stets an Alter, Gewicht und Aktivität des Hundes angepasst werden, um Übergewicht zu vermeiden. Außerdem braucht der Finnische Lapphund ausreichend Bewegung, sei es durch tägliche Spaziergänge oder Aktivitäten wie Hundesport. Regelmäßige Kontrollen von Zähnen, Ohren und Fell helfen dabei, mögliche Auffälligkeiten frühzeitig zu entdecken und rechtzeitig zu behandeln. Mit diesen Maßnahmen bleibt euer Finnischer Lapphund ein gesunder und aktiver Begleiter.

Häufige Erbkrankheiten
Der Finnische Lapphund kann Erbkrankheiten entwickeln, die bei vielen Hunderassen vorkommen. Seriöse Züchter reduzieren diese Risiken durch Gentests und verantwortungsvolle Zuchtauswahl.
Der Finnische Lapphund kann folgende Erbkrankheiten entwickeln:
- Hüftdysplasie (HD): Fehlstellung des Hüftgelenks, die zu Schmerzen führt.
- Progressive Retinaatrophie (PRA): Augenkrankheit mit fortschreitendem Sehverlust.
- Grauer Star (Katarakt): Trübung der Augenlinse.
- Morbus Pompe: Seltene Stoffwechselstörung mit Muskelschwäche.
- Degenerative Myelopathie (DM): Lähmung der Hinterbeine durch Rückenmarksschäden.
Weitere Erbkrankheiten
Neben Erbkrankheiten gibt es typische Gesundheitsprobleme, die durch Haltung oder Umwelteinflüsse entstehen.
Typische Gesundheitsprobleme beim Finnischen Lapphund sind:
- Ohrenentzündungen durch Schmutz in den aufrechten Ohren.
- Futterallergien oder Verdauungsstörungen bei empfindlichem Magen.
- Übergewicht durch falsche Fütterung oder zu wenig Bewegung.
- Epilepsie (Krampfanfälle) oder Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion).
Beobachtet Symptome wie Erbrechen, Juckreiz oder Teilnahmslosigkeit immer genau – sie deuten auf gesundheitliche Probleme hin.
Zu empfehlende Untersuchungen
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind der beste Schutz vor schweren Krankheiten.
Damit euer Hund gesund bleibt, sind folgende Untersuchungen wichtig:
- Augenchecks einmal jährlich gegen PRA oder Grauen Star.
- Röntgen der Hüfte zur Früherkennung von HD.
- Bluttests bei Verdacht auf Schilddrüsenprobleme oder Allergien.
- Gentests für Welpenkäufer, um Erbkrankheiten auszuschließen.
- Zahnreinigungen und Ohrenkontrollen bei jedem Tierarztbesuch.
Die Behandlung dieser Erbkrankheiten führt zu hohen Tierarztkosten. So kann die Behandlung von Hüftdysplasie mehrere Hundert bis hinzu über Tausend euro kosten. Um finanzielle Probleme zu vermeiden, schützen sich viele Hundehalter mit OP – sowie Krankenversicherungen für ihren Hund.
- Umfassender Schutz: deckt sowohl Routineuntersuchungen als auch Notfälle, Operationen und spezialisierte Behandlungen ab.
- Mehr Entscheidungsfreiheit: Mit einer Versicherung könnt ihr die beste medizinische Versorgung für euren Hund wählen, ohne euch um die Kosten sorgen zu müssen
- Präventive Maßnahmen: Einige Versicherungen übernehmen auch Kosten für vorbeugende Behandlungen wie Impfungen oder Wurmkuren.
- Flexible Optionen: Es gibt verschiedene Tarife und Leistungspakete, die an Ihre individuellen Bedürfnisse und Ihr Budget angepasst werden können
Damit ihr nicht in versteckte Kostenfallen tappt, haben wir die besten Angebote für Haustierversicherungen für euch verglichen.
Eine Versicherung gibt euch die Gewissheit, dass euer Hund im Krankheitsfall optimal versorgt wird. Sichert euch also euren Seelenfrieden!
Ist der Finnische Lapphund eine Qualzucht?
Nein, der Finnische Lapphund gilt nicht als Qualzucht. Die Rasse wurde traditionell für harte Arbeiten wie das Hüten von Rentieren gezüchtet – dabei standen Gesundheit und Funktionalität im Vordergrund.
Verantwortungsvolle Züchter achten auf strenge Gesundheitsstandards und testen Elterntiere auf Erbkrankheiten. Probleme wie HD oder PRA sind bei vielen Hunden möglich, lassen sich aber durch Vorsorge und ethische Zucht minimiert. Entscheidet ihr euch für Welpen von offiziellen Zuchtverbänden, unterstützt ihr eine tierfreundliche Hundehaltung.
Vor der Anschaffung
Bevor ihr einen Finnischen Lapphund anschafft, informiert ihr euch gründlich über die Bedürfnisse der Rasse. Der Hund passt zu aktiven Menschen mit Zeit für Bewegung, geistige Beschäftigung und regelmäßige Pflege. Ein seriöser Züchter mit Gesundheitsnachweisen der Elterntiere ist entscheidend, um Erbkrankheiten vorzubeugen.
Für eine gute Haltung braucht er:
- Bewegung: Täglicher Auslauf durch Spaziergänge oder Hundesport
- Beschäftigung: Intelligenzspiele oder Trainingseinheiten
- Pflege: Bürsten des dichten Fells 2–3 Mal pro Woche
- Seriöse Züchter: Dokumentierte Gesundheitschecks der Eltern
- Erbkrankheiten: Risiken durch verantwortungsvolle Zucht minimieren
Der Finnische Lapphund bindet sich eng an seine Familie und braucht täglich gemeinsame Zeit. Plant feste Routinen für Spaziergänge, Spieleinheiten und Erholungsphasen. Achtet auf Verhaltensänderungen wie Antriebslosigkeit – sie können auf Stress oder Krankheiten hinweisen. Denkt daran: Die Haltung ist eine Verpflichtung für 12–15 Jahre.

Kosten
Die Anschaffungskosten für einen Finnischen Lapphund liegen bei 1.000–2.000 Euro. Seriöse Züchter investieren in Gesundheitstests und artgerechte Aufzucht.
Folgende Kosten müsst ihr beachten:
- Hochwertiges Futter: Ca. 50–70 Euro monatlich
- Tierarzt: Jährlich 200–400 Euro für Vorsorge und Impfungen
- Versicherungen: Hundehaftpflicht (ab 50 Euro/Jahr) oder Krankenversicherung
- Pflegebedarf: Bürsten, Shampoo, Leckerlis (ca. 20–30 Euro/Monat)
Die jährlichen Gesamtkosten belaufen sich auf 500–1.000 Euro. Ungeplante Ausgaben für Allergietests oder Gelenkbehandlungen sind möglich. Ein finanzielles Polster von mindestens 500 Euro hilft bei Notfällen.
Geschichte des Finnische Lapphunds
Der Finnische Lapphund, auch bekannt als Suomenlapinkoira, stammt aus den arktischen Regionen Lapplands und Nordfinnlands. Seit Jahrhunderten dienten seine Vorfahren den indigenen Sami als unverzichtbare Helfer. Anfangs wurden sie als Jagd- und Wachhunde eingesetzt, bevor sie sich auf das Hüten von Rentieren spezialisierten. Mit Bellen und gezielter Körpersprache lenkten sie die Herden und bewachten Lager vor Polarfüchsen und Wölfen.
Sein doppeltes Fell schützte ihn vor Temperaturen bis zu -40°C, was ihn perfekt an die rauen Bedingungen des Nordens anpasste. Gleichzeitig diente er den Sami als treuer Begleiter und zuverlässiger Arbeitshund. Bereits im 17. Jahrhundert war der Finnische Lapphund eine feste Größe in der Lebensweise der Sami.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Finnische Lapphund von einem reinen Arbeitshund zu einem beliebten Familienhund. Seine freundliche, aufmerksame und lernbegierige Natur macht ihn heute zu einem idealen Begleiter für Menschen jeden Alters. 1945 wurde die Rasse offiziell anerkannt und in die FCI-Klassifikation (Gruppe 5, Sektion 3: Nordische Hirtenhunde) aufgenommen.
In seinem Ursprungsland Finnland ist der Finnische Lapphund besonders beliebt und wird häufig für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Joggen oder Reiten gewählt. Seine Anpassungsfähigkeit und seine Fähigkeit, sich auch in ungewohnten Situationen zu behaupten, machen ihn zu einem idealen Partner für aktive Menschen, die einen robusten und freundlichen Hund an ihrer Seite schätzen.
Zuchtzweck

Hüte- und Wachhund
Urpsungsjahr

Jahrhunderte alt, offizielle Anerkennung 1955
Abstammung

Nordische Spitze und Hütehunde
Rasseentwicklung und -standardisierung
Die systematische Zucht des Finnischen Lapphundes begann erst im 20. Jahrhundert. Zuvor wurde die Rasse von den Sami durch natürliche Selektion geformt, wobei der Fokus auf Leistung und Arbeitsfähigkeit lag, nicht auf einheitliches Aussehen.
Einen entscheidenden Wendepunkt markierte das Jahr 1945, als der Finnische Kennel Club die Rasse offiziell anerkannte. Der Rassestandard beschreibt den Finnischen Lapphund als Hund mit muskulösem Körperbau, wetterfestem Fell und einem freundlichen, ausgeglichenen Wesen. Zehn Jahre später, im Jahr 1955, wurde die Rasse in die FCI-Gruppe 5 (Nordische Wach- und Hütehunde) aufgenommen.
Heute legen Züchter besonderen Wert auf Gesundheit und die vielseitige Einsetzbarkeit des Finnischen Lapphundes. Die Rasse ist nicht nur für die traditionelle Hütearbeit geeignet, sondern auch für Rettungseinsätze und Hundesportarten wie Obedience. So hat sich der Finnische Lapphund von einem arktischen Arbeitshund zu einem vielseitigen und beliebten Begleiter entwickelt.
Passt der Finnische Lapphund zu mir?
Der Finnische Lapphund ist ideal für naturbegeisterte Familien oder Einzelpersonen mit aktivem Lebensstil. Wenn ihr täglich lange Spaziergänge oder Wanderungen unternehmt, ist er der perfekte Begleiter. Der Hund braucht kombinierte Auslastung – etwa 1 Stunde Bewegung plus 30 Minuten geistiges Training.
Die Fellpflege erfordert Disziplin: Während des Fellwechsels bürstet ihr täglich, sonst 2–3 Mal wöchentlich. Kontrolliert Ohren auf Schmutz und Pfotenballen auf Risse. Der Finnische Lapphund ist sensibel und braucht eine ruhige Führung. Fremden gegenüber verhält er sich wachsam, aber nicht aggressiv.
Gebt ihm klare Regeln, Abwechslung und Zuneigung – er dankt es mit unerschütterlicher Treue und fröhlichem Temperament.
Pros und Cons
- Anpassungsfähig
- Intelligent
- Freundlich
- Familienfreundlich
- Fellpflegeintensiv
- Bellfreudig
- Bewegungsbedürftig
- Braucht viel Beschäftigung
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